Glanz in der Hütte

Die ersten schönen Teile für die neue Guzzi sind fertig. Die Ventildeckel habe ich polieren lassen, die Lenkerhalter habe ich selber poliert.

Sammeln ist angesagt, dann geht es nachher umso schneller!

Moto Guzzi Strada 1000

Hier mal ein paar Infos zur Strada, die ich als Teilespender gekauft habe.

Gebaut wurde sie von 1994 bis 1995 und war ein Nachfolgemodell der Mille GT, das mit dem Motor der 2. Serie der 1000s versehen wurde.

Der Motor der 1. Serie der 1000s hatte 81 PS, die durch eine schärfere Nockenwelle und 40er Dellortos erreicht wurden. Das verlagerte aber das Drehmoment in höhere Drehzahlen und verursachte ein Leistungsloch im mittleren Bereich.

Die Strada wurde einem etwas größeren Vergaser als die Mille GT (Dell’Orto PHF 36 statt VHB 30 CS) ausgerüstet und etwas höher verdichtet (9.5:1, Mille GT: 9.2:1. Damit ist sie etwas leistungsstärker als die Mille GT (52kW/71PS statt 50kW/67PS).

Die 1000er und 750er Strada wurde zeitgleich verkauft und in gemeinsamen Prospekten beworben.

Am Ende sicher ein gutes, ausgereiftes Motorrad mit einer (für mein Empfinden) gruseligen Optik. Verkauft wurde sie nicht so häufig, daher findet man sie selten gebraucht. Wenn eine 1000er auftaucht, sind die Preise ein gutes Argument zuzuschlagen (wenn man an der Technik interessiert ist).

Es geht weiter – V2 macht heiter

Ich habe meine erste Moto Guzzi T5 als Test 2015 gekauft. Damit hat es mich voll erwischt und es war klar, dass ich aufrüste. Mehr Fahrdynamik und mehr Leistung sollte es sein. Also habe ich die T5 2016 verkauft und mich auch von der AME XS650 getrennt. Der Verkaufserlös hat fast für die Le Mans II gereicht, die ich seit dem mit Begeisterung fahre.

Aber schon länger gährt es in mir, denn ich hätte gerne eine Guzzi, die auch auf längeren Strecken bequem ist. Also habe ich schon Anfang 2018 angefangen und mich umgesehen, was der Markt hergibt. Alles was ich so im Netz gefunden habe und bezahlbar war, hat mich nicht überzeugt.

Es muss ein frühes Baujahr sein, um zulassungstechnisch leichtes Spiel für Eintragungen zu haben. Zugleich sollte aber ein Eckiger Motor mit Dampf und Potential verbaut werden, obwohl die Optik des alten Rundmotors sehr viel klassischer ist. Speichenräder wären auch toll, und so weiter und so weiter…..

Anfang April rief mich Karo an und erzählte von einem 76er Guzzi Rahmen, der bei EBay Kleinanzeigen angeboten wurde. Die alten Rahmen sind sehr gefragt, der Markt ist abgegrast und werden mit 1.000 Euro gehandelt. Dieser hat einen abgeflexten Lenkanschlag und keine Papiere, dafür wurde ein fairer Kurs aufgerufen.

Nach einer Fahrt nach Düsseldorf und dem Besuch bei einem netten älteren Guzzi Schrauber war der Rahmen schnell meiner!
Er gehörte zu einer Convert (man glaubt es kaum, eine Guzzi mit Automatik Getriebe), die 1993 in Italien verschrottet wurde. Das ist der Grund, warum eine Zulassung in Deutschland sehr schwierig war. Nur eine Eidesstattliche Versicherung reicht nicht aus. Der Gang durch die Deutschen Amtsstuben war erfolgreich, die Story erzähle ich hier aber nicht. Die gehört in die Rubrik „sehr schwierig“! Geholfen haben gute Verbindungen nach Italien und ein toller Mitarbeiter der Behörde (auch Guzzi Fahrer).

Jetzt hatte ich einen zuassungsfähigen zulassungsfähigen Rahmen, aber sonst nichts. Also brauche ich ein Spendermotorrad mit vielen Teilen die ich verwenden kann, deren Preis in mein Budget passt und in einem guten Zustand ist.

Was ich gefunden habe ist technisch gut und hat alles verbaut, was ich brauche. Dafür ist die Optik schon ab Werk gruselig und dankenswerterweise durfte ich das „hässliche Entlein“ bei Gero in der Garage parken. Da wartet es jetzt auf die Abholung und schnelle Zerlegung.

Hier ist sie: Eine Moto Guzzi Strada 1000
(bitte keine Buhrufe, wenn sie auch berechtigt sind)

Der Preis war mehr als fair und der Motor hat eine gute Kompression. Es ist schon eine Sachse Zündung verbaut. Alles in allem ist sie wirklich gepflegt und mit 86.000 km gerade gut eingefahren. Die ganze Wahrheit zeigt sich aber dann bei der Zerlegung, im besten Fall bleibt der Motor zu.

Ich berichte weiter!

Motorradtour durch die Eifel

Es war wieder soweit – Einmal im Jahr organisiere ich für Kollegen und Freunden eine Tour. So auch in diesem Jahr!

Diesmal mit Treffpunkt an der Schrauberhöhle

Bei bestem Wetter und Laune haben wir uns auf den Weg in Eifel gemacht. Der Start von Troisdorf über Rheinbach (wir haben noch drei Kollegen an der A61 eingesammelt) führte uns nach Schuld. Auf dem Weg wurden wir von einer Downhill Veranstaltung gebremst. Eine größere Ansammlung von Wahnsinnigen, die sich auf Longboards die Serpentinen in Richtung Schuld hinunterstürzen.

Während der Streckensperrung musste ich tatsächlich einer Honda mit dem Bordwerkzeug einer Yamaha auf die Sprünge helfen. Die Spiegelschrauben haben sich gar nicht gewehrt 🙂

Erster Halt zum Auffüllen der Energiespeicher dann am Motorradtreff in Schuld. Ich habe entschieden, den Laden umzubenennen in „Raststätte zur langsamen Friteuse“! Denn als der letzte sein Essen bekam, hatte der erste schon wieder Hunger!

Weiter ging es unter der Führung von Heinz durch lange Kurven und schöne Gegenden zu einem Foto-Stop in Monreal (NEIN – das liegt nicht in Kanada).

Danach führte Heinz uns in Richtung Laacher See und dann über Kempenich nach Bad Neuenahr. Traumstrassen!!!!

Ein letzter Tankstopp, dann sind wird in Richtung Heimat gedüst. Die drei A61er haben uns hier verlassen, der Rest hat dann in Sinzig die Fähre über den Rhein genommen.

Zu Hause war ich nach tollen und kurvenreichen 250 km und habe die Tour genossen!

Mein Plan, auch 2019 eine Runde zu drehen steht bereits – Ihr werdet von mir hören.

Die Silberne XS – Ziellinie

Der Monstermotor ist ja ausgebaut und verkauft. 1 Liter Hubraum sind keine Lösung für eine XS!
Langsam geht es auf die Ziellinie! Lange habe ich Schritt für Schritt alle Probleme beseitigt und bin fast bereit für den TÜV.
Die Schaltung ist noch schwergängig und ein Wackelkontakt sorgt hin und wieder für Probleme. Das ist aber nun absehbar und ich freue mich, das Motorrad bald in die Freiheit zu entlassen!

Die Halbschale habe ich abgebaut, da ohne Herstellerkennzeichnung keine Eintragung möglich ist.
Der originale Motor ist wieder drin und mit dem Standardauspuff Didgeridoo läuft er gut.
Ich finde, dass es ein schönes Motorrad war und jetzt auch wieder geworden ist 😀
Erstaunt bin ich über die Sitzposition. Gegen meinen XS650 Racer Hüttenstahl und meine Guzzi LM2 ist das echt ein Sofa!

Schön ist, dass nichts am Rahmen abgeflext wurde und jederzeit der Rückbau auf Original möglich ist.

Eine Panne und der Dialog des Grauens

Ich stand heute mit dem Hüttenstahl und einer durchgebrannten Sicherung auf dem Seitenstreifen der Autobahn.

Hier der Dialog mit den freundlichen Herren vom Ordnungsamt, die mir sofort mit kreisendem Warnlicht Gesellschaft leisteten:

OA1: Also hier stehen Sie aber gaaanz schlecht.
Ich: Tatsächlich? Was soll ich tun? Verdunsten?
OA1: Haben sie kein Warndreieck?
Ich: Klar! Evtl. hab ich noch eins in der Jackentasche…..
OA2 verdreht die Augen
OA1: Sehr witzig…. Aber eine Warnweste sollten Sie haben!
Ich: Warum? Soll ich zur Müllabfuhr?
OA2 zu OA1: Man merkt schon, dass du kein Motorradfahrer bist!

Ich habe im Strassengraben ein Stück Alufolie gefunden. Damit hab ich die Sicherung überbrückt und mich dann aus diesem Dialog des Grauens gerettet 🙂

Der neue Lacksatz

Die Rote hatte ein Problem am Tank. Der Lack wurde an den Benzinhähnen unterwandert. So hatte ich sie gekauft und es hat mich nicht weiter gestört. Leider kommen die Blasen langsam in den sichtbaren Bereich, daher musste neu lackiert werden.
Das Dekor ist nicht aufgeklebt, sonder lackiert. Sieht klasse aus!

Gleichzeitig wurde noch der Anlassertriebling gegen eine bessere Version mit weniger Steigung getauscht und in den Seitendeckel ein Motoröl-Feinfilter versteckt. Jetzt steht sie gut da!

Als nächstes werde ich noch auf eine originale Auspuffanlage zurückbauen. Ich habe mit viel Glück eine perfekte ergattert, die mittlerweile extrem selten sind.

Die silberne – es geht weiter

Heute habe ich den verregneten Sonntag genutzt. So ein Motor ist schnell eingebaut, wenn man es ein paar mal gemacht hat. Sicher nicht mit einem Arm auf dem Rücken, dafür ist er zu schwer! Aber mit ein paar Tricks und Übung geht das Ruckzuck 🙂

Was tut man sich so an? XSsen verfolgen mich!

Wie ihr wisst, bastele ich nicht nur an XSsen, sondern seit letzten Jahr auch an einer Moto Guzzi. Da war klar, dass nach 240.000 km das Getriebe ausgetauscht werden muss. Da hatte sich Karo bereit erklärt, mir bei der Überholung eines Ersatzgetriebes  zu helfen. In seiner Werkstatt stand ein XS650 Motor und mit meiner Frage, wo der her kommt, nahm alles seinen Lauf!

Der Motor war von einer XS650 seines verstorbenen Freundes. Er hat der Witwe versprochen, das Motorrad zum Laufen zu bringen und zu verkaufen. Das spannende war, dass der eingebaute Motor einer mit extremen Renn-Genen ist. Unglaubliche 1.000 ccm  Hubraum (Original sind es 650 ccm)  mit kugelförmig gefrästen Brennraum, umgebauter Kupplung, schnellem Getriebe etc.).  Jeder der sowas kennt, weiss: Der ist nie dicht, hat bis zu 100 PS und ist eigentlich unfahrbar. Von Kleinigkeiten wie TÜV rede ich hier mal gerade gar nicht!

Klar wäscht eine Hand die andere, so habe ich Karo meine Hilfe angeboten und ruckzuck stand das Teil bei mir zu Hause

Der Plan lautete: Zum Laufen bringen und verkaufen. Es endete so, dass ich viele Tage mit dem Versuch verbracht habe das Teil zu starten. Die dicken und schweren Nachbarn waren  freundlich und haben sich mit mir auf den Kickstarter gestellt (ein Anlasser ist nicht montiert). Die Verdichtung ist gigantisch! Da war nichts zu machen, ich habe ihn nicht zum Laufen gebracht. Mein Knie war von den vielen Startversuche nachhaltig beeindruckt und ziemlich geschwollen!

Zum Glück habe ich jemanden gefunden, der den Motor auch „nicht laufend“ gekauft hat, es sind ja edle Teile verbaut. Also Motor raus und verschicken nach Genua (Italien).


Dann stellte sich die Frage, wie es weiter geht?! Denn die Witwe war nicht in der Lage das Teil mit dem Orignial-Motor zu versehen, durch den TÜV zu bringen (klar ist absolut nichts ist eingetragen) und zu verkaufen. Den Verkaufserlös für den Monster-Motor hat sie natürlich bekommen. Als Zugabe habe ich ihr ein Angebot gemacht, dass sie nicht ablehnen konnte und habe ihr den Rest (inclusive Original-Motor und Ersatzteilen) abgekauft. Sie war glücklich und ich habe jetzt die Arbeit 🙁

Nachdem der Deal klar war, habe ich den original Motor in Augenschein genommen. Die Aussage, dass er beim Ausbau gelaufen ist, kann ich absolut nicht bestätigen. Die Gehäuse der Zündung waren schief montiert. Das kann so nicht dicht gewesen sein, also habe ich die mal demontiert und schnell gesehen, dass die Nockenwellen Lager nicht weit genug nach innen montiert sind. Also Kopf auf und mal gucken.

Das Ergebnis in Kürze: Die Steuerkette war gelängt, also austauschen. Die Ventile waren durch die Einstellschrauben eingeschlagen, also Schrauben einbauen, die mit großer Auflage vollflächig  aufsetzen. Putzen, waschen, optimieren…..

Am Ende ist der Motor für den Einbau vorbereitet. Klar habe ich direkt die Vergaser überholt! Reinigen, Dichtungen tauschen und Choke-Gestänge ausbuchsen. Das macht Spaß, wenn man es drauf hat und der Keller voller Ersatzteile ist!

Wenn so ein Motor raus ist, kann man den Rest sehr gut putzen und aufhübschen.

Meine Hände glühen vom Polieren, ich habe Berge Chrompolitur, Lappen und Nerven verbraucht…..

Die Bremsen vorne waren festgegammelt und alle muss neu. Sicherheit kennt keine Kompromisse!

Jetzt sieht sie schon ganz gut aus und die erste Idee, mit minimalen Aufwand den Verkauf zu organisieren ist leider gestorben. Wie immer, wende ich viel Herzblut und Arbeit auf. Das kann keiner bezahlen, aber entscheiden werde ich jetzt noch nichts!

Ich berichte hier weiter 🙂

Seid ihr gestört……

….oder entstört?
Ich muss hier mal von einer Erfahrung zum Thema entstörte Zündkerzen / Zündkerzensteckern berichten
Ihr kennt ja bereits meine Moto Guzzi LM2. Das Teil ist ziemlich umgebaut, unter anderem mit einer Doppelzündung. Ausgestattet mit 40er Vergasern, ohne Choke aber mit Tupfern gestaltete sich der Startvorgang recht schwierig. Daher habe ich von Kontaktzündung auf Sachse Elektronik Zündung umgebaut. Von da an startete sie großartig und der Motorlauf war deutlich ruhiger. Eigentlich hätte alles toll sein können, bis die Probleme kamen. Immer wenn ich höher gedreht habe, ist die Zündung ausgestiegen und die Leistung war weg. Nach langem Suchen habe ich das Problem gefunden.

Die inneren Zündkerzen sind nicht entstört, die äußeren sind entstört. Montiert habe ich die Zündkerzenstecker aus dem Dyna Mini Set, die sind nicht entstört. Die Sachse Zündbox ist unter dem Tank auf der rechten Seite, sehr nahe an der inneren Kerze am Rahmen montiert. Also hat die nicht entstörte Kerze mit „Schmackes“ ihre Störstrahlung auf die Box gefeuert. Abhängig von der Drehzahl, dem Wetter und dem Kontostand hat dann die Box die korrekte Arbeit eingestellt und eine Seite der Zündung ist ausgefallen.

Ich habe nun innen die entstörten Stecker NGK 5kO montiert und bin 50 km gefahren. Kein Leistungsverlust oder Aussetzer, der Motor läuft super und die Probleme sind vom Tisch.

Warum schreib ich das? Ich bin nachdenklich geworden und habe mir meine XSsen vorgenommen. Tatsächlich fahre ich auf beiden entstörte Zündkerzen (bei NGK am R in der Typenbezeichnung erkennbar) und zusätzlich entstörte Stecker. Das ist natürlich Unfug, denn durch den höheren Widerstand wird der Zündfunken schwächer.

Also habe ich jetzt den nicht entstörten NGK LZFH Stecker montiert und stelle ein besseres Startverhalten fest. Ob noch mehr Einfluss erkennbar ist werde ich noch sehen (er-Fahren)!

Fakt ist: doppelt entstört ist nicht sinnvoll, da dann der Zündfunken schwächer wird

So – Jetzt geht ihr mal in eure Garagen und schaut nach, wie es bei euch bestellt ist….. Ich bin gespannt!

Kühlen Kopf bewahren

Ich habe mal wieder gebastelt!

Der XS Motor an sich ist thermisch gesund, solange man ihn nicht zu sehr ran nimmt. Da das beim Racer schonmal anders ist und er zudem mehr Leistung hat, dachte ich es ist nicht schlecht für mehr Kühlung zu sorgen. Einen klassischen Ölkühler wollte ich nicht montieren, daher ist meine Wahl auf ein Bauteil gefallen, das den Filter im Rechten Motordeckel ersetzt.

Ein Nebeneffekt ist, dass der originale Drahtfilter gegen einen Feinfilter ausgetauscht wird. Der liegt (was sinnvoll ist) auf der Druckseite der Ölpumpe. Ich hatte beim Neuaufbau des Motors einen PKW Filter auf der Saugseite unter dem Motor nachgerüstet, der ist in dem Zuge rausgeflogen.

Ich habe dann auch direkt die Ölpumpe gegen eine größere mit 50% mehr Förderleistung getauscht. Jetzt sollte der Motor ausreichen mit Öl versorgt werden. Eingefüllt habe ich diesmal das feinste vom feinen. Ich fahre Synthetisches 10W 60 und bin gespannt, wie es den Innereien schmeckt! Es gibt ja immer wieder wilde Diskussionen um „das richtige“ Öl. Ich fahre in meinen XSsen wirklich alles und habe diese Wahl nur wegen der Thermischen Belastung getroffen.