Seid ihr gestört……

….oder entstört?
Ich muss hier mal von einer Erfahrung zum Thema entstörte Zündkerzen / Zündkerzensteckern berichten
Ihr kennt ja bereits meine Moto Guzzi LM2. Das Teil ist ziemlich umgebaut, unter anderem mit einer Doppelzündung. Ausgestattet mit 40er Vergasern, ohne Choke aber mit Tupfern gestaltete sich der Startvorgang recht schwierig. Daher habe ich von Kontaktzündung auf Sachse Elektronik Zündung umgebaut. Von da an startete sie großartig und der Motorlauf war deutlich ruhiger. Eigentlich hätte alles toll sein können, bis die Probleme kamen. Immer wenn ich höher gedreht habe, ist die Zündung ausgestiegen und die Leistung war weg. Nach langem Suchen habe ich das Problem gefunden.

Die inneren Zündkerzen sind nicht entstört, die äußeren sind entstört. Montiert habe ich die Zündkerzenstecker aus dem Dyna Mini Set, die sind nicht entstört. Die Sachse Zündbox ist unter dem Tank auf der rechten Seite, sehr nahe an der inneren Kerze am Rahmen montiert. Also hat die nicht entstörte Kerze mit „Schmackes“ ihre Störstrahlung auf die Box gefeuert. Abhängig von der Drehzahl, dem Wetter und dem Kontostand hat dann die Box die korrekte Arbeit eingestellt und eine Seite der Zündung ist ausgefallen.

Ich habe nun innen die entstörten Stecker NGK 5kO montiert und bin 50 km gefahren. Kein Leistungsverlust oder Aussetzer, der Motor läuft super und die Probleme sind vom Tisch.

Warum schreib ich das? Ich bin nachdenklich geworden und habe mir meine XSsen vorgenommen. Tatsächlich fahre ich auf beiden entstörte Zündkerzen (bei NGK am R in der Typenbezeichnung erkennbar) und zusätzlich entstörte Stecker. Das ist natürlich Unfug, denn durch den höheren Widerstand wird der Zündfunken schwächer.

Also habe ich jetzt den nicht entstörten NGK LZFH Stecker montiert und stelle ein besseres Startverhalten fest. Ob noch mehr Einfluss erkennbar ist werde ich noch sehen (er-Fahren)!

Fakt ist: doppelt entstört ist nicht sinnvoll, da dann der Zündfunken schwächer wird

So – Jetzt geht ihr mal in eure Garagen und schaut nach, wie es bei euch bestellt ist….. Ich bin gespannt!

Die Guzzi ist ein Oldtimer……

…..und das jetzt amtlich besiegelt!

Dass sie mit Baujahr 1979 ein altes Motorrad ist, war ja klar. Wenn man aber ein umgebautes Motorrad als Oldtimer beurkunde lassen möchte, muss man nachweisen, dass der Umbau mehr als 20 Jahre zurückliegt. Da der Verkäufer seit 1982 penibel alle Belege verwahrt hat, viel mir das sehr leicht. Der Prüfer war wegen der „Aktenlage“ echt beeindruckt. Auf seine Frage, ob der Kilometerstand lt. Tacho mit gut 12.000 original sei bekam er eine Antwort, die er nicht erwartet hat. Die gute hat schon 240.000 km auf der Uhr….

Seine Probefahrt war sehr vorsichtig. Er war wegen dem Klang und der Leistung beeindruckt. Weniger toll fand er die Sitzposition, die ihm einige Krämpfe in der Hüfte bescherten!

Jetzt kann ich, wenn ich möchte, ein H-Kennzeichen beantragen. Das lohnt sich nur in der Steuer, daher bin ich nicht sicher, evtl. bleibt alles wie es ist!

Die Guzzi – da musste ich mal ran!

In die Guzzi habe ich nun eine elektronische Zündung eingebaut. Die gute Sachse Zündung, die ich schon aus meiner ersten Guzzi kannte. Ich muss aber ganz ehrlich sein, denn das hat Sven von EGM in Bonn gemacht. Er macht Elektrik im Gegensatz zu mir einfach perfekt! Der Umbau hat sich aber wirklich gelohnt! Sie läuft jetzt erste Sahne. Das rotzige knattern ist weg und sie dreht ganz ruhig und ohne Vibrationen (aber mit viel Druck) bis 8.000 U/m. Zum Glück regelt dann die Zündung ab, denn gefühlt will sie immer weiter drehen!

Dann habe ich mir direkt noch den Kardan vorgenommen. Das war wirklich Zeit, denn die Verzahnung der Gleithülse war kaum noch vorhanden. Auch den Kardan habe ich getauscht, da war die Verzahnung auch schlecht.

img_20161001_172641

Dann noch schnell die Batteriegrundplatte (die keine Batterie mehr trägt, die hängt unter dem Getriebe) ausgetauscht. Die alte war verranzt und die Bohrungen ausgeschlagen. Das ist nicht gut, denn die Platte verbindet das Getriebe mit dem Rahmen.

img_20161010_063803

Wo ich denn mal dran bin, noch die Ansaugstutzen gegen die von Moto Spezial tauschen. Die halten die schweren Vergaser wenigstens fest, dann hängen sie nicht so rum. Na klar habe ich die Vergaser noch gereinigt!

img_20161010_063808

Dann noch eine neue Pelle hinten und mal drumherum wischen und polieren

img_20161010_210606 img_20161010_210558

Da sieht die Welt doch gleich ganz anders aus!

Le Mans II – Statusbericht

Nachdem die Guzzi umgemeldet ist, habe ich das Wochendene für zwei Ausfahrten genutzt. Insgesamt habe ich schon 500 km hinter mir.

Was soll ich sagen? Wahnsinn ist untertrieben! Nach gemütlichem warmfahren kann man schonmal am Gas drehen. Was da jenseits der 4.000  Umdrehungen passiert ist beeindruckend. Der Motor dreht spielend bis in die 8.000 (ich beende das aber schon bei 7.500, ist ja eine alte Dame).

Der Durchzug und der Sound machen süchtig. Nach zwei Stunden ohne Pause im Westerwald spüre ich jeden Muskel, die Sitzposition ist fahrdynamisch eine Wucht und Orthopädisch eine Schmerzgarantie. Zudem püriert der Sound mein Hirn und ich habe den Kopf danach völlig frei.

Ich habe bisher kaum einen effektiveren Weg erlebt, Brennstoff in Emotionen zu verwandeln.

Wird fortgesetzt!

Manchmal muss man sich entscheiden

So kann es gehen. Nach vielen Jahren habe ich mit dem XS650 Chopper wieder mit dem Motorrad fahren angefangen. Eine gute Entscheidung und ein großer Spaß. Nach dem Chopper kam noch eine XS650 in Rot. Die sollte nur Ersatzteile liefern, war aber so gut, dass ich sie wieder aufgebaut habe.

Der Keller war irgendwann voller Ersatzteile, die habe ich dann mit einem zugekauften Rahmen hergenommen und den Hüttenstahl gebaut.

Dann kam die SR500 aus einer Scheune zu mir und wurde zum Scrambler umgebaut.

Zuletzt habe ich mir die Guzzi T5 gekauft. War ein Test, um zu sehen, ob mir so ein Donnerrohr gefällt. Was soll ich sagen? Voller Erfolg! Mir war klar, ich brauch eine richtig schöne. Was mit mehr Leistung und mehr Racer-Genen. Umbauen war ein erster Gedanke, aber das Baujahr der T5 ist einfach zu jung. Um mehr zu dürfen, musste es schon eine älter sein.

Also musste ich erstmal Platz schaffen. Klar dass die Guzzi das Haus verlassen wird und die war schnell verkauft. Der Chopper hat schon lange Begehrlichkeiten beim Nachbarn geweckt und da ich die kaum noch gefahren bin, habe ich sie an ihn verkauft. Jetzt kann ich den Chopper wenigstens noch reparieren, wenn mal was dran ist 🙂
So hatte ich Platz und konnte auf die Suche gehen.

Und schon habe ich was gefunden!
Moto Guzzi Le Mans 2
Baujahr 1979
1000 ccm
P3 Tuning Nocke
40er Dellorto mit Tupfern
offener Lafranconi Auspuff (100dB eingetragen)
86 PS
Seit 1980 in Besitz des Verkäufers

IMG_20160806_200452